Kabelklang

Wer auf der Suche nach einem Audiokabel ist, der liest über kurz oder lang solche geistreichen Sätze wie: „Das Kabel XYZ bietet schöne Klangfarben und eine gute Abbildung. Musikalisch erschien es leicht zurückhaltend …„, oder: „Bei den Hördurchgängen offenbarte es sich mit warmen Klangfarben, agierte aber nicht so detailreich wie etwa das Kabel XYZ…“.

Klang ist immer subjektiv , jeder Mensch hört anders. Unser Hörsinn ist auch nicht wirlkich zuverlässig und lässt sich leicht hinter Licht führen genauso wie Beispielsweise die Augen(optische Täuschungen). Bei gutem Klang spielt deshalb immer ein psychologischer Aspekt eine große Rolle, denn für jeden klingt „Gut“ anders.

Kabelklang ist reines Marketing

Ein Kabel kann den Klang ihrer Stereoanlage nicht verändern!  Es wurden schon etliche Blindtests zu der Thematik Kabelklang durchgeführt. Ob Sie nun die Beipackstrippe Ihres Verstärkers oder ein „High-End-Kabel“ für 1000€ benutzen, man hört keinen Unterschied zwischen den beiden Cinch-Kabeln. Es ist zu 99% die eigene Einbildung, die einem etwas vorspielt. Die Hersteller benutzen diese Behauptungen als reine Marketingstrategie, um Ihre teuren Produkte an den Mann oder die Frau zu bekommen. Das selbe gilt für sogenannte Fachzeitschriften, die für solche Tests natürlich Geld bekommen und deshalb in Ihren Tests der Fantasie freien Lauf lassen.

Jedes Kabel, egal ob Strom-, Koax- oder Lautsprecherkabel, wird von 4 elektrische Größen in seiner Signalübertragung beeinflußt:

1. Der Leitungswiderstand
2. Der Isolationswiderstand
3. Die Leitungsinduktivität
4. Die Leitungskapazität

Für Cinch-Kabel ist der Leitungs- und Isolationswiderstand völlig uninteressant, da er sowieso unter 1 Ohm liegt und im Vergleich zu den Widerständen der verbunden Geräte, die weitaus höher sind (Eingänge oft über 10.000 Ohm, Ausgänge 100-5.000 Ohm), keine Rolle spielt. Die Leitungsinduktivität ist auch zu vernachlässigen, da  die beiden Leiter dicht beisammen sind, sodass sich die entstehenden Magnetfelder weitgehend aufheben und so die Induktivität gering bleibt. Ab einer gewissen Länge kann ein physikalisch bedingte Frequenzabfall bei hohen Frequenzen durch die Leitungskapazität auftreten, die eventuell hörbar werden könnte. Dieser Frequenzabfall würde aber erst z.B bei einem „High-End-Kabel“ mit hoher Leitungskapazität mit einem sehr hochohmigen Quellgeräte wie einem CD-Player bei mehr als 50 Meter Kabellänge und in einem Frequenzbereich von 20 kHz „hörbar“ sein. Und da die meisten Leute normalerweise Ihre HiFi-Geräte  immer nah beieinander steht haben, sollten für die meisten Menschen Cinch-Kabel mit Längen von 50-100 cm ausreichend sein.  Auch der immer wieder gern genannte Skin-Effekt ist bei Frequenzen im Audiobereich reinstes Voodoo. Es gibt ihn natürlich und er ist messbar, aber er spielt im Home Hifi-Bereich keine Rolle. Es ist also unsinnig solches Marketinggewäsch für bare Münze zu nehmen und Geld aus dem Fenster zu werfen.

Der Hörbereich des Menschen

In jungen Jahren liegt der Bereich, den wir wahrnehmen können zwischen 20 Hertz und 20kHz. De Facto heißt das, das mit zunehmenden Alter die Hörleistung kontinuierlich abnimmt und somit die Meisten unter uns  nicht mehr in der Lage wären derart hohe Frequenzen überhaupt noch wahrnehmen zu können. Sie können sich ja mal den Spaß machen und sich das Video anschauen, Lautstärke etwas aufdrehen und beobachten, bis zu welcher Frequenz sie noch etwas hören.

Sie sehen, in der Realität würden sie diese Klangabfälle niemals wahrnehmen, zudem sich der für Musik verwendete Frequenzbereich im Allgemeinen auf Frequenzen zwischen 40 Hz und 10 kHz beschränkt. Ausnahmen gibt es natürlich immer wie zum Beispiel in der klassischen Musik.

Faktoren, die den Klang maßgeblich beeinflussen sind zum einen die Lautsprecher selbst und deren tonale Abstimmung. Zum anderen ist die richtige Aufstellung  der Lautsprecher (Stichwort: Stereodreieck), sowie das Entkoppeln vom Boden als auch genügend Freiraum um den Lautsprecher herum,ein großer Aspekt, wie die Lautsprecher im Endeffekt klingen. Der größte Klangveränderer überhaupt ist Ihr Raum selbst. Den können sie nur durch Optimierungsmaßnahmen wie Absorbern oder der Verwendung von DSP’s (Digitale Sound Prozessoren) ändern. In vielen Fällen kann auch einfach ein Teppich oder ein Möbel Abhilfe schaffen, um hallen einzudämmen.

Auch Netzkabel oder Steckdosen haben nichts mit Kabelklang am Hut

High-End- Netzkabel sind ebenso Augenwischerei (wie die dazu passenden HIgh-End-Verteilerdosen für 200€ aufwärts). Als ob dieses 1,5m lange Netzkabel die vielleicht schlechte und zugleich alte Hausverkabelung „gerade biegen“ könnte. Den genau diese führt eher dazu, dass Schwankungen im Stromnetz auftreten können. Gegen eine vernünftige(preislich als auch qualitativ) Steckdosenleiste mit Überspannungsschutzschutz ist nichts einzuwenden. Diese ist auch sinnvoll, falls doch mal der Blitz einschlägt und man alle seine Elektrogeräte vor dem schnellen Tod bewahren will.

Sie sehen also, dass der sogenannte Kabelklang nicht weiter als ein Mythos ist und nur dazu benutzt wird, um auch die teuren Kabel an den Konsumenten zu bringen. Tun Sie also sich und ihrem Geldbeutel einen Gefallen und kaufen Sie keine überteuerten Kabel und verwenden das gesparte Geld lieber für den nächsten Urlaub.

Wenn Sie noch Tests bzw. Anregungen zu preisgünstigen, aber zugleich auch wertigen Kabel suchen, dann schauen Sie doch einfach mal bei den Testberichten oder Testsiegern vorbei.